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Illustration des Leoniden-Meteorstroms, Nordamerika am 12./13. November 1833 (E. Weiß: Bilderatlas der Sternenwelt, 1888), Quelle: Wikipedia.deIm November sind, neben den am Monatsanfang auslaufenden Strom der Orioniden, deren Beobachtung vom Mond (Neumond am 7.11.) kaum beeintächtigt wird, noch die nördlichen Tauriden und der bekannte Sternschnuppenstrom der Leoniden am Himmel zu beobachten:

Die nördlichen Tauriden haben ihren Radianten (Stelle am Himmel, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen) im Sternbild Stier (lat. Taurus).  Neben den nördlichen, gibt es auch den Strom der südlichen Tauriden, der schon seit Mitte September aktiv ist und dessen Radiant ebenfalls im Stier liegt. Ursprungskörper ist in beiden Fällen der Komet 2P/Encke. Am 12. November, dem Maximum der nördlichen Tauriden, ist mit bis zu maximal 5 Sternschnuppen/Stunde zu rechnen. Hinzu kommt, dass am Abend der helle zunehmende Mond die Beobachtung stört. Wenigstens ist in der zweiten Nachthälfte die Beobachtung nicht beeintächtigt.

Die Leoniden sind ein Meteorstrom, dessen Sternschnuppen aus dem Sternbild des Löwen (lat. „Leo") zu kommen scheinen. Verursacht wird der Sternschnuppenstrom durch den kurzperiodischen Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Auf seiner ca. 33 Jahre dauernden Bahn um die Sonne, hinterlässt er Unmengen von Staubteilchen. Wenn die Erde diese „Schmutzspur" kreuzt, verglühen die auf die Erde fallenden Staubteilchen in der Atmosphäre und können als Sternschnuppen wahrgenommen werden.

In den Jahren, in denen der Komet seine Schmutzspur wieder aufgefrischt hat – das war das letzte Mal 1999 – kann man mit besonders vielen Leoniden rechnen. So sind 1966 einige tausend Meteore pro Stunde beobachtet worden. 1833 sollen es sogar bis zu 200 000 pro Stunde gewesen sein. Für 2018 wird eine Rate von 15 Sternschnuppen/Stunde im Maximum erwartet. Ein Wert, der aber wie immer mit Vorsicht zu genießen ist:

Der Meteorstrom ist vom 10. – 21. November aktiv.
Das Maximum ist am 17. November gegen 23:39 Uhr MEZ zu erwarten. Der Radiant steigt aber bei uns zu dieser Zeit gerade erst über den Horizont und der zunehmende Mond geht erst etwa 2 Stunden später unter. Somit werden vor dem 18.11. um 2:00 Uhr morgens nicht viele Leoniden bei uns sichtbar werden. Aber auch dann ist mit durchschnittlich einer Sternschnuppe in 10 Minuten keine große Ausbeute zu erwarten.
2018 wird wohl, wie schon 2017 und 2016, kein besonderes Leonidenjahr.

Bild: Illustration des Leoniden-Meteorstroms, Nordamerika am 12./13. November 1833 (E. Weiß: Bilderatlas der Sternenwelt, 1888), Quelle: Wikipedia.de

Sternwartenstamtisch

Unser nächster Sternwartenstammtisch findet
am Donnerstag, 22. November 2018 um 19:30 Uhr im Gasthof Alter Wirt in Höhenrain statt. 

Alle Mitglieder und interessierte Besucher sind herzlich willkommen!

Auch in diesem Sommer kann wieder ein spektakuläres Himmelsschauspiel auf der Berger Sternwarte beobachtet werden.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August bewegt sich die Erde, auf ihrer Bahn um die Sonne, durch eine Staubspur, die aus Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tutle besteht. Dabei treten ca. sandkorngroße Partikel mit extrem hoher Geschwindigkeit in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein und verglühen. Diese ungefährlichen Leuchterscheinungen sind als Perseiden-Sternschnuppen bekannt. Im Volksmund wird auch die Bezeichnung "Laurentiustränen" oder "Tränen des Laurentius" verwendet, da am 10. August der Namenstag des gleichnamigen Märtyrers gefeiert wird. 

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(Foto: NASA/JPL) 

Aus diesem Anlass wird die Volkssternwarte Berg am Sonntag, den 12. August 2018, bei klarem Himmel, zwischen 21:00 Uhr und 24:00 Uhr geöffnet sein. Diesmal herrschen perfekte Bedingungen, da der Mond an diesem Abend bereits untergegangen ist und den Himmel nicht aufhellt.

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Kurz vor Beginn der Sommerferien in Bayern ist es endlich wieder soweit: Am 27. Juli wird über Deutschland eine totale Mondfinsternis zu sehen sein!

Diesmal findet das Ereignis während der Abendstunden statt. Die maximale Bedeckung wird für 22:22 Uhr MESZ erwartet. Hier der genaue Zeitplan:

  • 20:24 Uhr: Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde
  • 21:30 Uhr: Beginn der Totalität der Finsternis
  • 22:22 Uhr: Maximale Verfinsterung
  • 23:13 Uhr: Ende der Totalität der Finsternis
  • 00:19 Uhr: Austritt des Mondes aus dem Kernschatten

Während der Totalität wird der Mond als dunkelrote Scheibe über den südöstlichen Himmel wandern. Die Farbe stammt hierbei von Sonnenlicht, das von der Erdatmosphäre in den Mondschatten gelenkt wird.

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(Foto: Benno Ruhdorfer)

Weitere Hintergrundinformationen zur Mondfinsternis 2018 sind beispielsweise auf der zentralen "Mofi"-Seite des Bayerischen Rundfunks zu finden: https://www.br.de/mofi

In dieser Nacht können sich die Beobachter auf ein weiteres Ereignis freuen. Zeitgleich mit der Mondfinsternis befindet sich der Planet Mars in Erdnähe und kann etwa eine Handbreit unterhalb des Erdtrabanten als deutlich rötlicher Lichtpunkt am Himmel erkannt werden.

Bei klarem Himmel wird die Berger Sternwarte am 27. Juli ab 21 Uhr geöffnet sein. Besucher werden die Möglichkeit haben, das Ereignis mit verschiedenen Instrumenten - vom Fernglas bis zum Spiegelteleskop - zu beobachten.

Der Eintritt ist an diesem besonderen Abend kostenlos. Freiwillige Spenden sind jedoch immer willkommen.

Auch dieses Jahr hat die Berger Sternwarte wieder am deutschlandweiten Astronomietag teilgenommen. Am Samstag, den 24. März 2018 öffneten wir um 14 Uhr unser Gelände an der Lindenallee für alle interessierten Besucher.

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Am frühen Nachmittag ging es zunächst um die Sonne. Mit verschiedenen Spezialteleskopen konnten unsere Gäste die Oberfläche des Tagesgestirns genauer anschauen. Leider war an diesem Tag kein einziger Sonnenfleck sichtbar, aber am Rand zeigte sich deutlich eine Protuberanz - ein ringförmiger Materiestrom.

Auch für unsere kleinen Gäste gab es wieder ein besonderes Programm. Unter Anleitung unserer Mitglieder wurden Sonnenuhren und kleine Galileo-Teleskope gebastelt.

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In einer abgedunkelten Beobachtungshütte konnten unsere Besucher ihr Wissen bei einem Computer-Astroquiz unter Beweis stellen und an einem großen Bildschirm eine Videopräsentation über die totale Sonnenfinsternis 2017 in den USA sehen.

Nach Sonnenuntergang zeigten sich die ersten Objekte des Abendhimmels. Ab 19 Uhr konnte am Westhorizont der Planet Venus beobachtet werden. Beim Planeten Merkur war das schon etwas schwieriger. Wolkenbänder versperrten immer wieder die Sicht, so dass die Sichel des sonnennächsten Planeten immer nur für einige Sekunden in den Fernrohren erkennbar war.

Mit zunehmender Dunkelheit zeigten sich immer mehr Sterne und die zahlreichen Besucher ließen sich die wichtigsten Sternbilder des Frühlingshimmels erklären. Um 19:45 wurde gemeinsam ein Überflug der internationalen Raumstation ISS am Südhorizont beobachtet und mit vielen "Ahs" und "Ohs" kommentiert.

Auch der zunehmende Mond fand sehr großes Interesse. Einige Gäste versuchten sich sogar als Astrofotografen und machten beachtliche Handyaufnahmen des Erdtrabanten durch unsere Teleskope.

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Dieses Jahr gab es eine ganz besondere Station. Eines unserer Teleskope war mit einem speziellen Diffraktionsgitter ausgestattet, mit dem das Licht eines Sterns in die einzelnen Farbbestandteile zerlegt wurde. Das resultiere charakteristische Farbspektrum konnte dann direkt im Okular betrachtet werden. Anhand dieses Spektrums wurde den Besuchern erklärt, wie Astronomen die Zusammensetzung und Temperaturen von Sternen bestimmen.

Schließlich widmeten wir uns dem eigentlichen Motto des diesjährigen Astronomietages, dem "geheimen Leben der Sterne".

Anhand markanter Vertreter des Nachthimmels wurden die verschiedenen "Lebensphasen" der Sterne erklärt. Von der „Geburt“ eines Sterns aus Gas und Staub mit dem prominenten Orionnebel als Beispiel. Über die „Sternenkindergärten“ der offenen Sternhaufen mit den berühmten Plejaden im Stier. Und selbst das Ende eines Sterns konnten die Besucher im Teleskop erfahren: mit dem „Eskimo-Nebel“ in den Zwillingen als Vertreter der Planetarischen Nebel und mit dem Supernova-Überrest M 1 im Stier.

Um 23 Uhr traten die letzten Besucher zufrieden ihren Heimweg an. Auch dem Team der Berger Sternwarte hat es wieder sehr gut gefallen. Das nächste Mal sind wir auf jeden Fall wieder dabei!