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Kurz vor Sonnenaufgang um 5:15 Uhr versammelten sich ca. 30 Sternwarten-Mitglieder und Besucher am 6. Juni 2012 auf dem unteren Pausenhof der Oskar-Maria-Graf Grundschule in Aufkirchen. Der versprochene Blick auf den angekündigten Venustransit ließ jedoch auf sich warten. Trotz anfänglicher Morgenröte versperrten dicke Wolken die Sicht auf die Sonne.

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Zum Glück konnten wir die Wartezeit jedoch gut überbrücken: An Schautafeln wurden den interessierten Gästen die Hintergründe zu dem seltenen Himmelsschauspiel erklärt. Über ein iPad mit Internetzugang konnten ausserdem Livebilder des Transits, aufgenommen von einem Teleskop in Norwegen, verfolgt werden.

Dann, kurz nach 6 Uhr wurden die Frühaufsteher für ihre Geduld belohnt. Plötzlich tat sich eine Wolkenlücke  auf und der Blick auf das Tagesgestirn wurde frei. Jetzt musste alles schell gehen. In kürzester Zeit schauten alle Anwesenden durch die zahlreichen Sonnenteleskope und sahen die Venus vor der Sonnenscheibe! Nach etwa 60 Sekunden versperrte jedoch schon wieder die nächste Wolke die Sicht und das morgendliche Spektakel war zu Ende. Aber das störte jetzt keinen mehr. Jeder hatte etwas gesehen, was erst zukünftigen Generationen wieder möglich sein wird.

Ironischerweise klarte der Himmel wenige Minuten nach dem Transit auf, so dass Fotos von einigen Sonnenflecken gemacht werden konnten.

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(Fotos: Stefan Schmid)

In den frühen Morgenstunden des 6. Juni 2012 wird in Mitteleuropa ein sehr seltenes und eindrucksvolles Himmelsphänomen zu beobachten sein. Der Planet Venus wandert, von der Erde aus gesehen, vor die Sonne und kann als kleiner schwarzer Fleck auf der Sonnenscheibe wahrgenommen werden.

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Um den Venustransit selbst zu beobachten, sollte man zum Sonnenaufgang um ca. 5:15 Uhr einen Standort mit freier Sicht zum östlichen Horizont aufsuchen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Transit schon in vollem Gange. Über eineinhalb Stunden kann die Schlussphase des Himmelsschauspiels verfolgt werden. Die Venus befindet sich hierbei im oberen rechten Bereich der Sonnenscheibe.

Sonnen-Beobachtungen sollte jedoch niemals mit ungeschützten Augen stattfinden. Augenschäden oder sogar eine Erblindung wären die Folge! Auch Sonnenbrillen sind für solche Zwecke ungeeignet. Am besten verwendet man die bei Sonnenfinsternissen üblichen Sofi-Brillen, die im Fachhandel zu erwerben sind. Mit diesem Hilfsmittel lässt sich die Venus als kleiner Punkt vor der Sonne sehen. Mehr Details können mit speziellen Sonnenteleskopen wahrgenommen werden. So kann bei idealen Bedingungen, zu Beginn und Ende des Transits, das an der Venusatmosphäre gebrochene Licht als schmaler Ring erkannt werden.

Auf dem Gelände der Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg wird das Ereignis wegen hoher Bäume vor dem Osthorizont nicht zu sehen sein. Interessierte Besucher haben jedoch bei Sonnenaufgang die Möglichkeit, den Transit auf dem hinteren Schulhof der benachbarten Oskar-Maria-Graf Schule an der Lindenallee 8 in Aufkirchen zu verfolgen. Mitglieder der Sternwarte Berg stellen hierzu spezielle Sonnenteleskope und Projektoren auf und stehen für Fragen zu dem Himmelsschauspiel zur Verfügung.

Übrigens, wer diesen Ereignis verpasst, wird in seinem Leben keine weitere Beobachtungsmöglichkeit haben. Erst in 105 Jahren kommt es zum nächsten Venustransit, der nur unseren Enkeln und Urenkeln vorbehalten ist.

(Foto: A. Dellinger, B. Ruhdorfer)
In kaum einem anderen Land der Welt ist der Nachthimmel noch so dunkel und klar wie in Namibia. Das südafrikanische Land ist daher seit vielen Jahren ein beliebtes Reiseziel von Amateurastronomen.

Wir konnten Hans-Georg Schmidt von der Volkssternwarte München dazu gewinnen, uns faszinierende Bilder von einer etwas anderen Astronomie-Expedition nach Namibia zu präsentieren.

Der öffentliche Vortrag findet am 2. Mai 2012 um 20:30 Uhr im Katharina-von-Bora-Haus (Fischackerweg 10, 82335 Berg) statt. Der Eintritt kostet 5 Euro.

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Die Große Magellansche Wolke über Namibia, 2009, A. Mertenbacher

Auch dieses Jahr beteiligten wir uns wieder am bundesweiten Astronomietag ("Die lange Nacht der Planeten"), der diesmal am 24. März 2012 stattfand und von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) initiiert und unterstützt wurde.

Bereits am Nachmittag öffneten wir ab 13 Uhr. Anfangs konnten wir den Besuchern noch einen detaillierten Blick auf die Sonne bieten. Spezialfilter ermöglichten dabei eine ungefährliche Beobachtung der Aktivitäten dieses für uns so wichtigen Sterns. Mit verschiedenen Teleskopen ließen sich Sonnenflecken und Protuberanzen beobachten. Leider zogen bald zahlreiche Wolken auf, und an unserem neuen 14’’-Spiegelteleskop konnte bald nur noch die stark vergrößerten Spitze des Aufkirchner Kirchturms gezeigt werden.

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Unabhängig vom Wetter gab es für Kinder und Jugendliche ein Begleitprogramm mit Sonnenuhrenbasteln, Astroquiz und Demonstration eines Sonnensystem-Modells. Außerdem wurde den über 30 Besuchern bei einer Planetariumsvorführung die Welt der Sterne gezeigt.

Da am frühen Abend weiterhin eine geschlossene Wolkendecke über Berg herrschte, trafen sich um 19 Uhr nur noch wenige Mitglieder zur angekündigten Beobachtungsnacht und wollten eigentlich die vorbereiteten Gerätschaften abbauen. Aber plötzlich kamen die ersten Taschenlampenlichter von Besuchern über die Lindenallee zur Sternwarte gewackelt! Nach und nach gab es immer mehr Wolkenlücken und wir konnten bis 23 Uhr dann doch alle der angekündigten vier Planeten Venus, Jupiter, Mars und Saturn zeigen. Eine Mutter kam mit ihrer Tochter sogar zweimal in dieser Nacht, weil sie unbedingt mit ihrer Tochter den Ringplaneten sehen wollte! Als besondere Attraktion konnte auch die aktuelle Supernova 2012aw in der Galaxie M95 beobachtet werden.

Schließlich besuchten uns in dieser Nacht noch über 20 Gäste. Unsere aufwendigen Vorbereitungsarbeiten waren also nicht umsonst!

Nach einem Sommer mit unzähligen ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen haben wir nun endlich unsere Sternwartenkuppel umfangreich saniert und können das Gebäude mit einem neuen Teleskop wieder für öffentliche Führungen nutzen!

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Im vergangenen Frühjahr wurde festgestellt, dass der Holzboden des Beobachtungsgebäudes nach fast 20 Jahren an zahlreichen Stellen morsch war und eine dringende Renovierung benötigte. Daraufhin mussten wir die Kuppel mit sofortiger Wirkung für den Beobachtungsbetrieb sperren.

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Nachdem wir zunächst das alte Teleskop mit der Metallsäule abgebaut und den defekten Holzbodenaufbau entfernt hatten, begann die Ursachenforschung für das vorzeitige Altern. Der Grund war eine fehlende Belüftung an der Unterseite der tragenden Holzbalken. Also brachten wir, nach Einbau eines neuen Bodens, in die Außenwand des Kuppelsockels mehrere Öffnungen ein, um zukünftig eine Luftzirkulation zu ermöglichen. Außerdem wurde eine Falltür eingebaut. Dadurch ist jetzt der 1,5 m hohe Hohlraum unterhalb des Besucherbereichs jederzeit begehbar und kann als Stauraum genutzt werden.

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Neben des Bodens wurden zahlreiche weitere Umbauarbeiten durchgeführt, um den Betrieb der Kuppel in den nächsten Jahren zu sichern. So wurde die gesamte Elektrik erneuert. Zusätzlich befinden sich jetzt Kabelkanäle für Video, Netzwerk und USB-Leitungen im Gebäude. Mit einem neuen Schaltpanel können die verschiedenen Lampen (Rot- und Weißlicht) sowie die Stromversorgung für die astronomischen Geräte gesteuert werden. Jetzt gibt es auch wetterfeste Anschlussdosen an der Außenwand der Kuppel. Damit haben nun Besucher und Mitglieder die Möglichkeit, die Steuerungen ihrer selbst mitgebrachten Teleskope anzuschließen.

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Ende Oktober war es dann soweit: Die Firma Baader-Planetarium lieferte uns die bereits im Juli bestellte neue Teleskopmontierung mit zugehörigem Steuerungscomputer.
Mit dieser  „Bella Macchina“, die in Mailand gefertigt wurde, können wir bei Führungen unser großes C14-Teleskop vollautomatisch mit Knopfdruck auf jedes gewünschte Himmelsobjekt ausrichten!

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Am 19. November 2011 weihten wir im kleinen Kreis die renovierte Kuppel mit der neuen Montierung ein und führten abschliessende Funktionstests und Feineinstellungen durch. Seit diesem Tag steht das Gebäude endlich wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung.

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An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Helfern herzlich bedanken! Nur durch die vielen unentgeltlichen Arbeitsstunden von Mitgliedern, Familienangehörigen und Freunden konnten wir den Umbau so schnell durchführen.

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Ein besonderer Dank geht auch an alle Spender, durch die wir überhaupt erst die finanziellen Mittel hatten, das neue Teleskop und die zugehörige Montierung zu beschaffen. Die größten Einzelspenden und Zuwendungen haben wir der Gemeinde Berg, der Bürgerstiftung Starnberg und unserem Mitglied Herrn Kurt Röger zu verdanken. Aus diesem Grund hat sich auch der Vorstand dazu entschlossen, das neue Teleskop auf den Namen „Kurt“ zu taufen!