Monatlicher Nachthimmel

Der Sternenhimmel im September 2018

Sterne

Wenn man an einem Spätsommerabend direkt nach oben blickt, fallen drei hellere Sterne auf:
Wega im Sternbild Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Die Verbindungslinien dieser Sterne bilden das sogenannte Sommerdreieck. Weiter im Westen findet man Herkules, das leicht zu erkennende Sternbild Nördliche Krone und den hellen Stern Arkturus im Sternbild Bootes.

Verfolgt man das neblige Band der Milchstrasse über Schwan und Adler weiter Richtung Südwesten, so stößt man knapp über dem Horizont auf das Sternbild Schütze, das aufgrund seiner Form im Englischen auch "teapot" (Teekessel) genannt wird. In dieser Blickrichtung befindet sich auch das Zentrum der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie.

Bereits sehr hoch im Osten stehen die Sternbilder Pegasus und Andromeda. Vier helle Sterne des Pegasus bilden ein Quadrat, das auch Herbstviereck genannt wird. Direkt darunter können auch die Fische, ein eher unscheinbare Sternbild des Tierkreises, gefunden werden.

Blickt man schliesslich in nördliche Richtung auf das Band der Milchstrasse, erkennt man zunächst das auffällige "Himmels-W", das Sternbild Kassiopeia. Darunter befindet sich Perseus mit den hellen Sternen Mirfak und Algol. Letzterer wird aufgrund seiner schwankenden Helligkeit auch "Teufelsstern" genannt.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M13 : Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre
  • M11 : Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre
  • M17 : Schwanennebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 4.900 Lichtjahre
  • Albireo : Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre
  • M27 : Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre
  • M57 : Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre
  • M31 : Andromedagalaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Andromeda, Entfernung: 2,5 Mio. Lichtjahre
  • M33 : Spiralgalaxie im Sternbild Dreieck, Entfernung: 3 Mio. Lichtjahre
  • h+Chi Persei : Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre
  • NGC457 : Eulenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia, Entfernung: 9.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur setzt seine Morgensichtbarkeit Anfang September fort. Am 1.09. steht er zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne steht 6° unter dem Horizont) bei einer Höhe von  9° über dem Horizont. Doch schon am 10.09 sind es nur noch etwa 4°. Seine Helligkeit steigt zwar in diesem Zeitraum von -0,8mag auf etwa -1.3mag - es wird aber immer schwieriger den Planeten in der Morgendämmerung auszumachen. Am 21.09. steht der schnelle Planet dann schon wieder in seiner oberen Konjunktion und somit von der Erde aus gesehen hinter der Sonne.

Die Abendsichtbarkeit der Venus verschlechtert sich zunehmend und sie wird etwa ab dem 18.09. gar nicht mehr am Abendhimmel erkennbar sein. Sie wandert im Sternbild Jungfrau weiter nach Süden was, bedingt durch die im Sommer flach liegende Ekliptik, zur schlechteren Abendsichtbarkeit beiträgt. Zudem nähert sich die Venus ihrer unteren Konjunktion (Venus steht dann am Taghimmel zwischen Erde und Sonne) und somit nimmt ihre Helligkeit ab, da die von der Erde aus sichtbare Sichel immer kleiner wird.

Der Planet Mars steht schon am Abend im Sternbild Steinbock am südöstlichen Himmel. Er erreicht seine größte Höhe am 1.09. gegen 22:45 Uhr, am Monatsende dann schon gegen 21:20 Uhr. Seine Untergangszeiten verfrühen sich im gleichen Zeitraum von etwa 02.30 Uhr auf 01:25 Uhr. Er entfernt sich merklich von der Erde, so dass seine Helligkeit von etwa -2,1mag auf nur noch -1,4mag sinkt.
Höchste Zeit also noch einen Blick auf den roten Planeten zu werfen.

Auf Jupiter lässt sich leider nur noch in den ersten beiden Septemberwochen ein Blick werfen. Durch seine geringe Höhe ist eine sinnvolle Beobachtung nur bei sehr ruhiger Luft möglich. In der zweiten Monatshälfte steht er dann für Beobachtungen einfach zu tief.
Bis zum Monatsende verfrühen sich die Untergänge des Riesenpaneten von etwa 22:20 Uhr auf 20:37 Uhr.

Der Ringplanet Saturn ist der Planet des Abendhimmels. Seine Untergangszeiten verschieben sich von kurz vor 1 Uhr morgens am Monatsanfang, auf knapp 23:00 Uhr am Monatsende. Wer Saturn dieses Jahr noch beobachten will, sollte dies bald tun. Schon jetzt braucht es wegen seiner geringen Höhe über dem Südhorizont ruhige Luft um mit dem Teleskop noch ein gutes Bild zu erhaschen.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.
Achtung:
Beachten Sie bitte, dass unsere Sternwarte in den Monaten September bis März (bedingt durch die Sonnenuntergangszeiten)  Dienstags und Freitags schon ab 20:00 Uhr öffnet!

 
 

 

Der Sternenhimmel im August 2018

Sterne

In den Augustabenden sinkt der Große Wagen täglich ein kleines Stück näher zum Nordhorizont. Gleichzeitig steigt das „Himmels-W“, die Kassiopeia, stetig Richtung Zenit. Fast genau zwischen diesen beiden markanten Sternbildern steht der Polarstern. Da sich dieser Stern nahezu in der Verlängerung unserer Erdachse befindet, ist seine Position am Himmel zu jeder Uhr- und Jahreszeit fast gleich. Unmittelbar darüber kann man bei dunklem Himmel die Sternbilder Kepheus und Drache finden. Beim Blick Richtung Westen fällt der helle Stern Arkturus im Sternbild Bärenhüter auf. Hier handelt es sich um einen Roten Riesen, der etwa 37 Lichtjahre von uns entfernt ist. Tief im Süden zeigen sich im August die Sternbilder Skorpion mit dem rötlichen Stern Antares und der Schütze, in dessen Nähe sich sehr viele interessante Sternhaufen und Galaktische Nebel befinden. In ländlichen Gegenden, ohne störende Lichtquellen, kann man ein helles breites Band am Himmel erkennen, das vom Schützen im Süden, über den Schwan und die Leier im Zenit, bis zur Kassiopeia im Nordosten verläuft. Das ist die Milchstrasse - unsere Heimatgalaxie! Im Osten zeigen sich bereits Vorboten des Herbstes: Die Sternbilder des Himmelspferdes Pegasus und der äthiopischen Prinzessin Andromeda.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M51: Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 25 Mio. Lichtjahre

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre

  • M17: Schwanennebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 4.900 Lichtjahre

  • M24: Kleine Sagittariuswolke, Sternwolke im Sternbild Schütze, Entfernung: 10.000 Lichtjahre

  • M22: Kugelsternhaufen im Sternbild Schütze, Entfernung: 10.000 Lichtjahre

  • M20: Trifidnebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 5.200 Lichtjahre

  • M8: Offener Sternhaufen im Lagunennebel, Sternbild Schütze, Entfernung: 6.000 Lichtjahre

  • M4: Kugelsternhaufen im Sternbild Skorpion, Entfernung: 7000 Lichtjahre

  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre

  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre

  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

  • M31: Andromedagalaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Andromeda, Entfernung: 2,5 Mio. Lichtjahre

Planeten

Der flinke Planet Merkur steht am 9. August genau zwischen Sonne und Erde, ist zu diesem Zeitpunkt also am Taghimmel. Diese Stellung wird "Untere Konjunktion" genannt.
Doch schon in den Tagen um den 24. August findet man ihn am Morgenhimmel und es kommt zur besten Morgensichtbarkeit in diesem Jahr.
Am 24. August ist er zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont), gegen 05:40 Uhr morgens, schon 5° über dem Ost-Horizont zu finden. Bis zum Monatsende gewinnt er zu diesem Zeitpunkt schon eine Höhe von fast 10° wobei seine Helligkeit von etwa +1,4 auf -0,7mag ansteigt.
Dies liegt zum Einen daran, dass er am 26.8. seine größte westliche Elongation (Winkelabstand zur Sonne) von etwa 18° erreicht, zum Anderen daran, dass die Ekliptik am Morgen sehr steil steht und somit der Winkelabstand zur Sonne zum größten Teil in die Horizonthöhe eingeht.

Die Venus bleibt im August Abendstern. Am 17.08. erreicht sie zwar ihren maximalen Sonnenabstand von fast 46°, erreicht aber wegen der flach liegenden Ekliptik zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung am Monatsanfang nur mehr eine Höhe von etwa 8°. Dieser Horizontabstand sinkt bis Monatsende auf nur mehr 4°. Ihre Helligkeit wächst dagegen leicht von -4,3mag am Monatsanfang auf etwa -4,6mag an.

Der Planet Mars, der ja am 27. Juli seine Oppositionsstellung erreicht hatte, ist weiterhin die ganze Nacht sichtbar. Leider erreicht er selbst am höchsten Punkt seiner Bahn über den Nachthimmel, bei uns nur eine Höhe von ca. 14° über dem Südhorizont. Auch wächst sein Erdabstand im August merklich an. Somit sinkt seine Helligkeit im Laufe des Monats von etwa -2,8mag auf etwa -2,1mag. Ein im Juni/Juli gemeldeter marsweiter Staubsturm, der die Sicht auf Oberflächendetails verwehrte scheint inzwischen aber am abklingen zu sein. Man sollte also mit einem Teleskop wieder die Polarkappen und andere Oberflächenstrukturen auf dem Mars ausmachen können.

Der Riesenplanet Jupiter steht weiterhin im Sternbild Waage. Seine Untergänge verfrühen sich im August von kurz nach Mitternacht auf etwa 22:20 Uhr am Monatende. Somit ist es jetzt höchste Zeit den Planeten und das Spiel seiner Monde dieses Jahr noch am Abendhimmel zu sehen!
Am 2. August wandern beispielsweise ab ca. 22:20 Uhr für etwa 40 Minuten die beiden Schatten der Monde Io und Europa über die Planetenscheibe - ein sehenswertes Schauspiel für alle Teleskopbesitzer!

Der Ringplanet Saturn wandert im August westwärts (rückläufig) durch das Sternbild Schütze. Schon in der Abenddämmerung ist er am Südhimmel zu finden. Leider erreicht das kleine Planetenscheibchen nur eine maximale Höhe von 17° über dem Südhorizont, dafür sind aber die Ringe mit 26,5° fast maximal geöffnet. Am Monatsanfang geht er gegen 3:00 Uhr unter, am Monatsende ist sein Untergang dann schon kurz vor 1:00 Uhr.
Der Planet Saturn mit seinem eindrucksvollen Ringsystem ist auf jeden Fall immer einen Blick durch ein Teleskop wert!

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.

Beachten Sie bitte, dass unsere Sternwarte im Monat August  (bedingt durch die Sonnenuntergangszeiten)  Dienstags und Freitags ab 21:00 Uhr MESZ geöffnet wird!

Der Sternenhimmel im Juli 2018

 Sterne

Blickt man an einem Juli-Abend ab etwa 22 Uhr in Richtung Norden, fällt zunächst der Große Wagen auf, dessen Deichsel steil nach oben zeigt. Rechts davon befindet sich der Kleine Wagen mit dem Polarstern am unteren Ende. Verlängert man die geschwungene Deichsel des Großen Wagens in Richtung Süden, trifft man auf den hellen Stern Arkturus im Sternbild Bärenhüter. Nicht weit davon entfernt ist am Südwesthorizont das Sternbild Jungfrau mit dem Hauptstern Spika zu finden.

Nahe des Zenits kann man die halbkreisförmige Nördliche Krone mit dem auffälligen Stern Gemma und das Sternbild des griechischen Helden Herkules erkennen.

Am südlichen Horizont zeigen sich im Sommer zwei besonders eindrucksvolle Sternbilder. Der Skorpion mit dem rötlichen Stern Antares und der Schütze, dessen Form an einen Teekessel erinnert.

Im Osten fallen drei besonders helle Sterne auf: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Diese drei entfernten Sonnen bilden das markante Sternmuster des Sommerdreiecks.

Eine aktuelle Sternkarte für den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See können Sie online auf unserer Homepage hier abrufen.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M51: Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 25 Mio. Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

  • M4: Kugelsternhaufen im Sternbild Skorpion, Entfernung: 7000 Lichtjahre

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre

  • M17: Schwanennebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 4.900 Lichtjahre

  • M20: Trifidnebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 5.200 Lichtjahre

  • M8: Offener Sternhaufen im Lagunennebel, Sternbild Schütze, Entfernung: 6.000 Lichtjahre

  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre

  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre

  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

Planeten

Merkur ist im Juli nicht beobachtbar. Er erreicht zwar am 12.07. einen beachtlichen Winkelabstand von 26°4' zur Sonne, ist aber wegen seiner geringen Höhe über dem Horizont längst in den dichten horizontnahen Luftschichten verschwunden, bevor es so dunkel wird, dass man ihn überhaupt sehen könnte.

Venus bleibt weiterhin Abendstern. Sie wandert diesen Monat durch das Sternbild Löwe. Am Monatsanfang geht sie gegen 23:40 Uhr unter, am Monatsende dann gegen 22:30 Uhr. Die Helligkeit steigert sich im Monatsverlauf um 0,2mag auf -4,3mag. Damit ist die Venus das hellste Himmelsobjekt nach Sonne und Mond.

Der Planet Mars erreicht am 27. Juli seine Oppositionsstellung. Im Sternbild Steinbock stehend, erreicht der rote Planet eine Helligkeit von bis zu -2,8mag - ein auffällig orangeroter Lichtpunkt am Himmel. Zudem erreicht er dieses Jahr am 31.07. mit ca. 57,7 Mio. Km einen viel geringeren Abstand zur Erde als in den Vorjahren. Zuletzt im Jahre 2003 war Mars der Erde so nahe. Somit sind, klaren und ruhigen Himmel vorausgesetzt, die Bedingungen zur Beobachtung des Planeten einfach hervorragend. Es sollten sich bei der Beobachtung mit einem kleinen bis mittleren Teleskop durchaus Oberflächendetails wie die hellen Polkappen erkennen lassen.
Zeitgleich mit der Opposition am 27.7. findet eine totale Mondfinsternis statt, bei der wir - klaren Himmel vorausgesetzt - wieder unsere Sternwarte zu einer Sonderveranstaltung öffnen. Mehr dazu demnächst hier unter "Aktuelles".

Jupiter steht weiterhin im Sternbild Waage. Mit einer Helligkeit von rund -2,2mag kann er zwar nicht ganz mit dem Mars mithalten, ist aber ein ebenso imposantes Objekt am Abendhimmel. Man findet ihn nun gegen Ende der Dämmerung am südwestlichen Himmel. Noch ist das Spiel seiner Monde, seine interesannten Wolkenbänder und mit etwas Glück sogar der "Große Rote Fleck" gut zu beobachten.

Saturn ist am Abend über dem südlichen Horizont zu finden. Der etwa 0,1mag helle Planet befindet sich im Sternbild Sütze und ist in der ersten Julihälfte praktisch die ganze Nacht zu sehen.
Am Monatanfang geht Saturn gegen 5:15 Uhr unter, am Monatsende dann schon gegen kurz nach 3 Uhr.
Es ist also die beste Beobachtungszeit einen Blick auf den Ringplanet zu werfen.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind. Beachten Sie bitte, dass die Sternwarte in den Monaten Mai, Juni und Juli, (bedingt durch die späteren Sonnenuntergangszeiten)  Dienstag und Freitags erst ab 22:00 Uhr MESZ geöffnet wird!

Der Sternenhimmel im Juni 2018

Sterne

Der Juni ist der beste Monat, um die südlichen Sternbilder Skorpion und Schütze zu beobachten. Von Deutschland aus sind sie sehr nah am Horizont zu finden. Wer in der Mittelmeerregion Urlaub macht, kann sie deutlich höher am Himmel sehen. Die Region oberhalb von Schütze und Skorpion fällt durch ihre Sternleere auf: Hier verbergen sich der SchlangenträgerSchlange und darüber Herkules. Die besonders hellen Sterne am Himmel sind Arktur im Bootes, Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Das Band der Milchstraße zieht sich quer über den Himmel. Der Große Bär ist nur noch teilweise am Firmament zu sehen. Er sinkt zunehmend dem Horizont entgegen und ist jetzt in nordwestlicher Richtung zu finden.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:   

  • M51: Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 25 Mio. Lichtjahre   
  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre   
  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre   
  • M3: Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 34.000 Lichtjahre  
  • M4: Kugelsternhaufen im Sternbild Skorpion, Entfernung: 7.000 Lichtjahre
  • M5: Kugelsternhaufen im Sternbild Schlange, Entfernung: 26.000 Lichtjahre   
  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre   
  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre   
  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre   
  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre   
  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

Planeten

Der flinke Planet Merkur erreicht am 6. Juni seine obere Konjunktion. Von der Erde aus gesehen, steht Merkur dann genau hinter der Sonne. Schnell wandert er weiter in östlicher Richtung, so dass es in der zweiten Monatshälfte zu einer Abendsichbarkeit des Planeten kommt. In den letzten vier Junitagen erreicht er zum Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand - 6°) eine Höhe von etwa 5° über dem Nordwesthorizont und geht kurz vor 23:00 Uhr unter.

Venus ist weiterhin Abendstern. Sie wandert im Laufe des Monats vom Sternbild Zwillinge über den Krebs hinweg in den Löwen. Am Monatsanfang geht sie kurz nach Mitternacht unter, am Monatsende dann schon gegen dreiviertel Zwölf. Ihre Helligkeit liegt bei etwa -4mag.

Mars, der im Juli seine Oppositionsstellung erreicht, geht Anfang Juni, im Sternbild Steinbock stehend, gegen 1 Uhr auf. Am Monatsende dann gegen 23:20 Uhr. Der Rote Planet ist dabei etwa -2.1mag hell. 

Jupiter ist der Planet der ersten Nachthälfte. Der Riesenplanet, der im Mai in Opposition stand, steht schon bei Sonnenuntergang fast 20° über dem Südhorizont und verlegt seine Untergänge von etwa 4:20 Uhr  am 1. Juni, auf etwa 2:20 Uhr Ende Juni. Mit einer Helligkeit von rund -2,4mag  ist er nach Mond und Venus das hellste Objekt am Abendhimmel. Jetzt ist die beste Zeit den Planeten und das Spiel seiner Monde zu beobachten.

Saturn erreicht am 27. Juni seine Oppositionsstellung. Dabei steht der Planet auf einer Linie mit der Sonne und der Erde. Es ist auch der geringste Abstand zur Erde. Am Monatsanfang geht der 0,0 mag helle Saturn kurz vor 23:00 Uhr auf, am Monatsende dann schon gegen 21:00 Uhr. Auf seiner Bahn erreicht er aber nur eine maximale Höhe von etwa 18° über dem Südhorizont.
Wer einen Blick auf den Ringplaneten werfen möchte, hat diesen Monat die Möglichkeit dazu.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind. Beachten Sie bitte, dass unsere Sternwarte in den Monaten Mai, Juni und Juli, (bedingt durch die späteren Sonnenuntergangszeiten)  Dienstag und Freitags erst ab 22:00 Uhr MESZ geöffnet wird!

Der Sternenhimmel im Mai 2018

Sterne

Zu Beginn der Nacht ist der Grosse Wagen, der ein Teil des Sternbilds Grosser Bär ist, im Zenit zu finden. Verlängert man die Verbindungslinie der hinteren zwei Kastensterne etwa fünfmal nach Norden, trifft man im Sternbild Kleiner Wagen auf einen besonderen Stern: Polaris, auch Polarstern genannt. Etwas westlich davon schlängelt sich das eher unscheinbare Sternbild Drache am Himmel.

Blickt man weiter nach Westen, kann man noch die typischen Sterne und Konstellationen des Winters erkennen: Kapella im Sternbild Fuhrmann und Castor und Pollux, die die Köpfe des Sternbilds Zwillinge darstellen.

Verfolgt man den Tierkreis Richtung Süden, trifft man auf bekannte Sternbilder: Den Krebs mit dem Sternhaufen Krippe oder Praesepe, den Löwen mit dem hellen Stern Regulus und die Jungfrau mit der entfernten Sonne Spika.

Im Südosten fällt der rötliche Stern Arkturus im Sternbild Bootes auf. Er bildet zusammen mit Spika und Regulus das Frühlingsdreieck.

Über dem Osthorizont zeigen sich schliesslich die Sternbilder Nördliche Krone mit seinem hellen Stern Gemma sowie die Sternbilder Herkules und Leier.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • Katzenaugennebel NGC6543: Planetarischer Nebel im Sternbild Drache, Entfernung: 3200 Lichtjahre

  • M44: Praesepe (Krippe), Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 577 Lichtjahre

  • M67: Offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, Entfernung: 3000 Lichtjahre

  • M65/M66: Galaxien im Sternbild Löwe, Entfernung: 35 Mio. Lichtjahre

  • M3: Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 34000 Lichtjahre

  • M51: Whirlpool-Galaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung 27 Mio. Lichtjahre

  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre

  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur erreicht in unseren Breiten im Mai nicht den nötigen Horizontabstand vor Sonnenaufgang, um sich gegen die helle Dämmerung durchzusetzen. Er ist im Mai nicht beobachtbar.

Die Venus ist weiterhin Abendstern und baut diese Stellung weiter aus. Sie steht gegen Abend mit ihrer Helligkeit von etwa -3,9mag unübersehbar am Westhimmel. Am Monatsanfang geht sie kurz nach 23 Uhr, am Monatsende dann erst gegen Mitternacht unter.

Der rote Planet Mars wandert am Morgenhimmel vom Sternbild Schütze in den Steinbock. Er steigert seine Helligkeit im Laufe des Monats von etwa -0.4mag auf -1,2mag. Auch sein Aufgang verfrüht sich von etwa 2:20 Uhr auf kurz nach 1:00 Uhr.

Der Riesenplanet Jupiter erreicht am 9. Mai seine Oppositionsstellung, was bedeutet, dass er mit der Sonne und der Erde in einer Linie steht. Somit ist der Planet die ganze Nacht sichtbar. Auch sein Abstand von der Erde erreicht mit etwa 4,4 Astronomischen Einheiten (= durchschn. Bahnradius der Erde um die Sonne = 150 Millionen km) ein Minimum. Mit einer Helligkeit von -2,5mag ist er nach Sonne, Mond und Venus das hellste Himmelsobjekt.
Gute Bedingungen also, den Planeten und das Spiel seiner Monde zu beobachten. Schon mit einem kleinen Teleskop kann man das Spiel seiner hellsten Monde, die Bänderstrukturen in seiner Athmosphäre und mit etwas Glück sogar den Großen Roten Fleck, ein gewaltiges Sturmtief auf seiner Oberfläche, beobachten.

Der Ringplanet Saturn erreicht Ende Juni seine Oppositionsstellung und ist im Sternbildern Waage zu finden. Anfang Mai steigt der Planet kurz nach 1 Uhr im Südosten über den Horizont - am Monatsende dann schon kurz nach 23:00 Uhr.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.
Beachten Sie bitte, dass unsere Sternwarte in den Monaten Mai, Juni und Juli, (bedingt durch die späteren Sonnenuntergangszeiten)  Dienstags und Freitags erst ab 22:00 Uhr MESZ geöffnet wird!