Der Sternenhimmel im September 2019

Sterne

Wenn man an einem Spätsommerabend direkt nach oben blickt, fallen drei hellere Sterne auf:
Wega im Sternbild Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Die Verbindungslinien dieser Sterne bilden das sogenannte Sommerdreieck. Weiter im Westen findet man Herkules, das leicht zu erkennende Sternbild Nördliche Krone und den hellen Stern Arkturus im Sternbild Bootes.

Verfolgt man das neblige Band der Milchstrasse über Schwan und Adler weiter Richtung Südwesten, so stößt man knapp über dem Horizont auf das Sternbild Schütze, das aufgrund seiner Form im Englischen auch "teapot" (Teekessel) genannt wird. In dieser Blickrichtung befindet sich auch das Zentrum der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie.

Bereits sehr hoch im Osten stehen die Sternbilder Pegasus und Andromeda. Vier helle Sterne des Pegasus bilden ein Quadrat, das auch Herbstviereck genannt wird. Direkt darunter können auch die Fische, ein eher unscheinbare Sternbild des Tierkreises, gefunden werden.

Blickt man schliesslich in nördliche Richtung auf das Band der Milchstrasse, erkennt man zunächst das auffällige "Himmels-W", das Sternbild Kassiopeia. Darunter befindet sich Perseus mit den hellen Sternen Mirfak und Algol. Letzterer wird aufgrund seiner schwankenden Helligkeit auch "Teufelsstern" genannt.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M13 : Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre
  • M11 : Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre
  • M17 : Schwanennebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 4.900 Lichtjahre
  • Albireo : Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre
  • M27 : Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre
  • M57 : Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre
  • M31 : Andromedagalaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Andromeda, Entfernung: 2,5 Mio. Lichtjahre
  • M33 : Spiralgalaxie im Sternbild Dreieck, Entfernung: 3 Mio. Lichtjahre
  • h+Chi Persei : Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre
  • NGC457 : Eulenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia, Entfernung: 9.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur erreicht am 4. September seine obere Konjunktion (von der Erde aus gesehen steht er hinter der Sonne) und ist somit für uns nicht sichtbar. Auch bis zum Monatsende kann er sich nicht gegen die Helligkeit der Sonne durchsetzen, er bleibt den ganzen Monat für das freie Auge unsichtbar.

Auch die Venus kann sich in diesem Monat nicht aus der Helligkeit der Sonne lösen, auch sie bleibt unbeobachtbar.

Der Planet Mars erreicht an 2. September seine Konjunktion und wandert dann in Richtung Morgenhimmel. Aber auch er kann sich nicht gegen die helle Morgendämmerung durchsetzen.

Auf Jupiter lässt sich leider nur noch am frühen Abend ein Blick werfen, ohne dass die dichte Atmosphäre am Horizont das Bild trübt. Schon am 15. September erreicht er am Ende der abendlichen Dämmerung gerade noch eine Höhe von 15° über dem Südhorizont. Trotz allem ist er mit einer Helligkeit von -2,2mag (Monatsende-2mag) nach dem Mond das auffälligste Objekt am Abendhimmel.
Geht er am Monatsersten noch gegen 23:40 Uhr unter, verfrühen sich die Untergänge bis zum Monatsende auf kurz vor 22:00 Uhr.
Jetzt hat man also noch die Möglichkeit den Riesenplaneten und seine Monde im Teleskop zu beobachten.

Der Ringplanet Saturn steht weiterhin im Sternbild Schütze, etwa 30° östlich vom auffälligen Jupiter. Mit einer Helligkeit von 0,4mag steht er gegen Ende der Dämmerung gerade 18° über dem Horizont. Seine Untergangszeiten verschieben sich von etwa 1:45 Uhr morgens am Monatsanfang, auf kurz vor Mitternacht am Monatsende. Wer Saturn dieses Jahr noch beobachten will, sollte dies bald tun. Schon jetzt braucht es wegen seiner geringen Höhe über dem Südhorizont ruhige Luft um mit dem Teleskop noch ein gutes Bild zu erhaschen.

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.
Achtung:
Beachten Sie bitte, dass unsere Sternwarte in den Monaten September bis März (bedingt durch die Sonnenuntergangszeiten)  Dienstags und Freitags schon ab 20:00 Uhr öffnet!