Der Sternenhimmel im Oktober 2019

Sterne

Der Große Wagen erreicht in den Oktoberabenden seine tiefste Stellung über dem Nordhorizont. Darüber befindet sich der Polarstern in der Konstellation Kleiner Wagen. Blickt man noch weiter nach oben in Richtung Zenit, sieht man das leicht erkennbare “Himmels-W” des Sternbilds Kassiopeia.

Im Westen dominieren noch immer die Sterne des Sommers. Die hellsten von ihnen sind Teil des Sommerdreiecks: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler.

Am Südhorizont reihen sich bekannte Sternbilder des Tierkreises auf: Steinbock, Wassermann und Fische.

Hoch am östlichen Himmel findet man das ausgedehnte Sternbild des geflügelten Pferdes Pegasus, dessen Körperumrisse auch als das Herbstviereck bezeichnet werden. Direkt daneben, in nördlicher Richtung, zeigt sich das Sternbild Andromeda mit der berühmten Andromeda-Galaxie. Bei ausreichend dunklem Himmel kann man die etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Sterneninsel sogar mit bloßem Auge als schwachen nebligen Fleck erkennen. Etwas tiefer am Osthorizont befinden sich die Sternbilder Perseus, Widder und Fuhrmann mit dem hellen Stern Kapella.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre

  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre

  • M17: Schwanennebel, Galaktischer Nebel im Sternbild Schütze, Entfernung: 4.900 Lichtjahre

  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre

  • M39: Offener Sternhaufen im Sternbild Schwan, Entfernung: 900 Lichtjahre

  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre

  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

  • M2: Kugelsternhaufen im Sternbild Wassermann, Entfernung: 36.000 Lichtjahre

  • M15: Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus, Entfernung: 30.000 Lichtjahre

  • M31: Andromedagalaxie, Spiralgalaxie im Sternbild Andromeda, Entfernung: 2,5 Mio. Lichtjahre

  • h+Chi Persei: Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre

  • NGC457: Eulenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia, Entfernung: 9.000 Lichtjahre

Planeten

Der Planet Merkur bewegt sich zwar in Richtung Abendhimmel von der Sonne weg und erreicht am 20.10. seinen größten Winkelabstand von rund 25°, gewinnt aber wegen seiner Bahn südlich der am Abendhimmel sehr flach liegenden Ekliptik zu wenig Horizontabstand um sich aus der Helligkeit des Sonnenuntergangs zu befreien. Er bleibt im Oktober unbeobachtbar.

Die Venus steht ebenfalls am Abendhimmel, kann sich aber wegen der flach am Horizont liegenden Ekliptik bestenfalls in den letzten beiden Oktoberwochen etwas aus der Abenddämmerung lösen. Ansonsten bleibt Sie ebenfalls für das freie Auge unbeobachtbar.

Mars, der ja Anfang September von der Erde aus gesehen hinter der Sonne stand (Konjunktionsstellung), wandert jetzt an den Morgenhimmel. Gegen 6:20 Uhr (MESZ) geht er am Monatsanfang mit dem Sternbild Jungfrau am Ostsüdosthorizont auf. Am Monatsende steht der etwa 1,8mag helle Lichtpunkt zu Beginn der nautischen Dämmerung (Sonne 12° unter dem Horizont) schon gute 6° hoch am Himmel.

Der Riesenplanet Jupiter beendet im Oktober seinen Himmelsauftritt. Schon am Monatsanfang ist er zu Beginn der Abenddämmerung als auffälliger -2mag heller Lichtpunkt knapp über dem Südwesthorizont zu finden. Geht er am Monatsanfang noch gegen 21:53 Uhr (MESZ) unter, verschwindet er am Monatsende schon gegen 19:15 Uhr (MEZ). Wegen der Horizontnähe ist es auch mit Teleskopen kaum mehr möglich, Oberflächenstrukturen auf Jupiter zu beobachten.

Der Ringplanet Saturn ist am Abendhimmel zu finden. Im Sternbild Schütze stehend, geht er am Monatsanfang gegen 23:55 Uhr (MESZ) unter, am Monatsende dann schon gegen 20:55 Uhr (MEZ).
Es ist also höchste Zeit noch einen Blick auf dem Planeten mit seinem faszinierenden Ringsystem zu werfen!

 

Anmerkungen

Alle Zeiten beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See.

Beachten sie bitte, dass am Sonntag, 27.10.2019  3:00 Uhr Sommerzeit (MESZ) unsere Uhren wieder um eine Stunde zurück auf 2:00 Uhr Winterzeit (MEZ) gestellt werden.

Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.