Der Sternenhimmel im Juni 2020

Sterne

Der Juni ist der beste Monat, um die südlichen Sternbilder Skorpion und Schütze zu beobachten. Von Deutschland aus sind sie sehr nah am Horizont zu finden. Wer in der Mittelmeerregion Urlaub macht, kann sie deutlich höher am Himmel sehen. Die Region oberhalb von Schütze und Skorpion fällt durch ihre Sternleere auf: Hier verbergen sich der SchlangenträgerSchlange und darüber Herkules. Die besonders hellen Sterne am Himmel sind Arktur im Bootes, Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Das Band der Milchstraße zieht sich quer über den Himmel. Der Große Bär ist nur noch teilweise am Firmament zu sehen. Er sinkt zunehmend dem Horizont entgegen und ist jetzt in nordwestlicher Richtung zu finden.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:   

  • M51: Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 25 Mio. Lichtjahre   
  • M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Mio. Lichtjahre   
  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Mio. Lichtjahre   
  • M3: Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, Entfernung: 34.000 Lichtjahre  
  • M4: Kugelsternhaufen im Sternbild Skorpion, Entfernung: 7.000 Lichtjahre
  • M5: Kugelsternhaufen im Sternbild Schlange, Entfernung: 26.000 Lichtjahre   
  • M13: Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules, Entfernung: 23.000 Lichtjahre   
  • M11: Wildentenhaufen, Offener Sternhaufen im Sternbild Schild, Entfernung: 5.600 Lichtjahre   
  • Albireo: Doppelstern im Sternbild Schwan, auffälliger Farbkontrast, Entfernung: 390 Lichtjahre   
  • M27: Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Fuchs, Entfernung: 1.200 Lichtjahre   
  • M57: Ringnebel, Planetarischer Nebel im Sternbild Leier, Entfernung: 2.300 Lichtjahre

Planeten

Der flinke Planet Merkur setzt seine Abendsichtbarkeit vom Mai im Juni fort. Am 4. Juni erreicht er seine größte östliche Elongation, er erreicht einen Winkelabstand zur Sonne von 23,6°.
Am Monatsersten erreicht er zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand -6°) eine Höhe von etwa 10° über dem Westhorizont. Bis zur Monatsmitte verringert sich aber sein Horizontabstand soweit, dass er in der Helligkeit der Dämmerung verschwindet,

Venus erreicht am 3. Juni ihre untere Konjunktion. Das bedeutet, dass sie von der Erde aus betrachtet am Taghimmel vor der Sonne steht und nicht beobachtbar ist. Doch schon ab 20. Juni kann Venus mit einem Fernglas gegen Ende der bürgerlichen Dämmerung (etwa 4:25 Uhr) am nordöstlichen Morgenhimmel etwa 2-3° hoch über dem Horizont erspäht werden. Diese Morgensichtbarkeit setzt sich bis Anfang 2021 dann fort. Am Monatsende erreicht sie dann schon um die gleiche Zeit eine Höhe von rund 8° und ist mit ihrer enormen Helligkeit von etwa -4,7mag nicht zu übersehen.

Mars ist ebenso ein Objekt des Morgenhimmels. Im Sternbild Wassermann stehend, verfrühen sich seine Aufgänge von etwa 2:20 Uhr auf etwa 1:00 Uhr. Im gleichen Zeitraum steigert er seine Helligkeit von ca. -0,1mag auf etwa -0,5mag.

Jupiter entwickelt sich immer mehr zum Planeten der ganzen Nacht. Geht er am Monatsanfang noch gegen 0:17 auf, verschiebt sich diese Zeit bis zum Monatsende auf etwa 22:15 Uhr. Am 14. Juli erreicht er dann seine Oppositionsstellung (Sonne-Erde-Jupiter stehen dann in einer Linie). Mit einer Helligkeit von rund -2,7mag  ist Jupiter aber auch schon im Juni nach dem Mond das hellste Objekt am Abendhimmel. Leider erreicht er nur eine maximale Höhe von rund 18° über dem Südhorizont, da die Ekliptik (scheinbare Bahn der Sonne und der Planeten am Himmel) in den Sommermonaten recht flach am Südhorizont liegt. Jetzt beginnt die beste Zeit den Planeten und das Spiel seiner Monde zu beobachten.

Saturn erreicht am 21. Juli seine Oppositionsstellung. Im Juni ist er somit dem Planeten Jupiter fest auf den Fersen, sein Abstand zu Jupiter bleibt bei 5 - 6°. Am Monatsanfang geht der 0,1 mag helle Saturn gegen 00:30 Uhr auf, am Monatsende dann schon gegen 22:30 Uhr. Auf seiner Bahn erreicht er aber keine nennenswerte Höhe über dem Südhorizont, wie das auch bei Jupiter der Fall ist. 

Anmerkungen

Alle Zeiten sind in Sommerzeit (MESZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.