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Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein fast 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


Am Montag, den 11. November 2019 kann ein besonderes astronomisches Highlight beobachtet werden: ein Merkurtransit. Der innerste Planet Merkur befindet sich dabei für einige Stunden genau zwischen Erde und Sonne.

Merkurtransit am 11. November 2019

In Berg und Umgebung geht es an diesem Tag um genau 13:35 Uhr los. Dann erscheint am linken Rand der Sonnenscheibe ein kleiner schwarzer Schatten, der langsam nach rechts wandert. Um 16:20 Uhr befindet sich der Planet fast in der Mitte der Sonnenscheibe. Zu dieser Uhrzeit steht die Sonne jedoch schon sehr tief über dem südwestlichen Horizont. Die Sonne geht am 11. November in Berg um 16:42 Uhr unter. Das eigentliche Ende des Merkurtransits um 19:04 Uhr ist somit leider nicht zu beobachten.

Die Sternwarte ist an diesem Tag - bei klarem Himmel - zwischen 13:15 und 16:30 Uhr geöffnet. Die Besucher haben die Gelegenheit, das Ereignis mit Hilfe unserer speziellen Sonnenteleskope zu beobachten. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 3 EUR. Kinder zahlen 1 EUR.

Mit einer „Sonnenfinsternis-Brille", kann man den Merkur-Durchgang leider nicht sehen. Der Schatten von Merkur ist dafür zu klein. Es sollte auch auf keinen Fall versucht werden, mit bloßem Auge, Ferngläsern oder Teleskopen ohne Filter das Ereignis zu beobachten. Schwere Augenschäden wären die Folge!

Übrigens: Wer diesen Merkurvorübergang verpasst, muss sich auf eine längere Wartezeit einstellen. Erst im Jahr 2032 wird der nächste Transit am Himmel zu sehen sein.

Unser öffentlicher Beobachtungsabend am 16. Juli 2019 steht ganz im Zeichen des Mondes.

Um 22:01 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde und eine partielle Mondfinsternis beginnt. Zur maximalen Abschattung wird es um 23:31 Uhr kommen. Dann werden über 65% der Mondscheibe im Erdschatten liegen und in einem fahlen roten Licht erscheinen.

190716 Mondfinsternis VdS 2019

Neben der Beobachtung der Mondfinsternis erwartet unsere Besucher an diesem Abend noch ein interessantes Begleitprogramm. Am 16. Juli 1969, also vor genau 50 Jahren, machten sich nämlich die Apollo 11-Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins in Ihrer SaturnV-Rakete auf den Weg zu unserem Erdtrabanten und landeten vier Tage später mit der Mondfähre Eagle im Meer der Ruhe. Aus diesem Anlass zeigen wir auf unserem Gelände an der Lindenallee originale Filmdokumente der Nasa und erklären die einzelnen Phasen dieser aussergewöhnlichen Expedition.

190716 Launch of Apollo 11 14483749397

Quelle: NASA Goddard Space Flight Center from Greenbelt, MD, USA [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Veranstaltung beginnt um 22 Uhr und findet nur bei klarem Himmel statt.

Auch dieses Jahr beteiligte sich die Sternwarte Berg am deutschlandweiten Astronomietag, der diesmal am Samstag, den 30. März 2019 stattfand.

190330 Astronomietag

(Stimmung kurz vor der Abendveranstaltung, S. Schmid)

Die Sternwarte war an diesem Tag bereits um 14 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet.

Am Nachmittag konnten die Besucher zunächst mit speziellen Teleskopen einen Blick auf die Sonne werfen. Aber auch helle Sterne und der Planet Mars waren bereits am Tag sichtbar. Für Kinder und Jugendliche gab es ein Begleitprogramm mit Sonnenuhr- und Teleskopbasteln, Astroquiz und Demonstration eines Sonnensystem-Modells.

Das Motto lautete dieses Mal "Möge die Nacht mit uns sein".

Nach Sonnenuntergang konnten unsere Gäste mit ihren eigenen Augen sehen, wie wichtig ein dunkler Himmel für das Auffinden von Sternbildern und das Beobachten von lichtschwachen Objekten wie Galaxien und Sternhaufen mit Teleskopen ist und welche Vorteile hier die abgeschiedene Lage der Sternwarte Berg bietet.

An diesem Abend bekamen wir ausserdem Unterstützung von Herrn Pfarrer Zott, der aus Anlass des Astronomietages und der zeitgleichen Aktion "Earth Hour" der Naturschutzorganisation WWF die Aussenbeleuchtung der benachbarten Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt ausschaltete. An dieser Stelle möchten wir uns dafür nochmal herzlich bedanken!

190122 Christian Jutz

(Foto: D. Jutz)

Wir trauern um Prof. Dr. Christian Jutz, der am 17. Januar 2019 im Alter von 93 Jahren in Berg verstorben ist.

Christian gründete 1992 die Berger Sternwarte, die er viele Jahre mit Hingabe und Herzblut leitete. Noch im hohen Alter beteiligte er sich rege am Vereinsleben und unterstützte uns mit Rat und Tat.

Durch seine mitreißende und begeisternde Art haben viele von uns erst zu dem faszinierenden Hobby Astronomie gefunden. Er war für uns ein Vorbild, Lehrer und Freund.

Wir werden unseren Freund Christian immer in guter Erinnerung behalten. Es ist uns eine Ehre, die Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg in seinem Sinne weiterzuführen.