startrails2

Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein fast 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


In verschiedenen Quellen werden für den Juni eine ganze Reihe von Meteorströmen (s. a. Wikipedia) vorhergesagt, die aber fast alle nur sehr schwach ausgeprägt sind und mit einer Rate von oft weniger als eine Sternschnuppe pro Stunde aufwarten. Der einzige stärkere Strom der Arietiden ist nur am Taghimmel aktiv, so dass man ihn nicht mit dem Auge beobachten kann.

Interessant könnten diesen Monat aber die Juni-Lyriden werden, die vom 11. bis 21. Juni auftreten, und bei einem langjährigen mittleren Maximum von bis zu 5 Meteoren/Stunde am 16. Juni liegen. Allerdings erreichte dieser Sternschnuppenstrom in den letzten Jahren diese Rate in keinster Weise. Der letzte nennenswerte Auftritt war 1996. Der fast volle Mond (Vollmond am 17.06) dürfte dieses Jahr die Beobachtung der sehenswerten Sternschnuppen auch sehr beeinträchtigen. Die Juni-Lyriden sind meist weiß bis blau und bilden lange Schweife, ihr Radiant liegt im Sternbild Leier (lat. Lyra).

Ein weiterer Strom könnte in den Nächten um den 27. Juni noch eine Überraschung bringen. Die Juni-Bootiden, deren Ursprung die Staubspur des Kometen 7P/Pons-Winnecke ist, der alle 6 1/2 Jahre die Sonne umkreist. Manchmal trifft die Erde gleich auf mehrere Staubspuren des Kometen, dann kommt es zu richtigen Ausbrüchen von 50 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde. In anderen Jahren sind gar keine Sternschnuppen zu sehen. Zwischen 1929 und 1998 waren die Juni-Bootiden komplett verschwunden, um dann plötzlich doch wieder zu erscheinen.
Der Radiant der Juni-Bootiden liegt im Sternbild Bärenhüter (lat. Bootes), das am Abend schon sehr hoch am Himmel steht. Das Maximum des Stromes ist in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni gegen Mitternacht zu erwarten. Die schmale Mondsichel geht in dieser Nacht erst mehr als eine Stunde nach Mitternacht auf und wird somit die Beobachtung kaum stören.

Jetzt müssen die Sternschnuppen nur noch kommen. Hoffen wir das Beste!

Auch dieses Jahr beteiligte sich die Sternwarte Berg am deutschlandweiten Astronomietag, der diesmal am Samstag, den 30. März 2019 stattfand.

190330 Astronomietag

(Stimmung kurz vor der Abendveranstaltung, S. Schmid)

Die Sternwarte war an diesem Tag bereits um 14 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet.

Am Nachmittag konnten die Besucher zunächst mit speziellen Teleskopen einen Blick auf die Sonne werfen. Aber auch helle Sterne und der Planet Mars waren bereits am Tag sichtbar. Für Kinder und Jugendliche gab es ein Begleitprogramm mit Sonnenuhr- und Teleskopbasteln, Astroquiz und Demonstration eines Sonnensystem-Modells.

Das Motto lautete dieses Mal "Möge die Nacht mit uns sein".

Nach Sonnenuntergang konnten unsere Gäste mit ihren eigenen Augen sehen, wie wichtig ein dunkler Himmel für das Auffinden von Sternbildern und das Beobachten von lichtschwachen Objekten wie Galaxien und Sternhaufen mit Teleskopen ist und welche Vorteile hier die abgeschiedene Lage der Sternwarte Berg bietet.

An diesem Abend bekamen wir ausserdem Unterstützung von Herrn Pfarrer Zott, der aus Anlass des Astronomietages und der zeitgleichen Aktion "Earth Hour" der Naturschutzorganisation WWF die Aussenbeleuchtung der benachbarten Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt ausschaltete. An dieser Stelle möchten wir uns dafür nochmal herzlich bedanken!

190122 Christian Jutz

(Foto: D. Jutz)

Wir trauern um Prof. Dr. Christian Jutz, der am 17. Januar 2019 im Alter von 93 Jahren in Berg verstorben ist.

Christian gründete 1992 die Berger Sternwarte, die er viele Jahre mit Hingabe und Herzblut leitete. Noch im hohen Alter beteiligte er sich rege am Vereinsleben und unterstützte uns mit Rat und Tat.

Durch seine mitreißende und begeisternde Art haben viele von uns erst zu dem faszinierenden Hobby Astronomie gefunden. Er war für uns ein Vorbild, Lehrer und Freund.

Wir werden unseren Freund Christian immer in guter Erinnerung behalten. Es ist uns eine Ehre, die Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg in seinem Sinne weiterzuführen.

Auch in diesem Sommer kann wieder ein spektakuläres Himmelsschauspiel auf der Berger Sternwarte beobachtet werden.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August bewegt sich die Erde, auf ihrer Bahn um die Sonne, durch eine Staubspur, die aus Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tutle besteht. Dabei treten ca. sandkorngroße Partikel mit extrem hoher Geschwindigkeit in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein und verglühen. Diese ungefährlichen Leuchterscheinungen sind als Perseiden-Sternschnuppen bekannt. Im Volksmund wird auch die Bezeichnung "Laurentiustränen" oder "Tränen des Laurentius" verwendet, da am 10. August der Namenstag des gleichnamigen Märtyrers gefeiert wird. 

perseids_meteor_shower

(Foto: NASA/JPL) 

Aus diesem Anlass wird die Volkssternwarte Berg am Sonntag, den 12. August 2018, bei klarem Himmel, zwischen 21:00 Uhr und 24:00 Uhr geöffnet sein. Diesmal herrschen perfekte Bedingungen, da der Mond an diesem Abend bereits untergegangen ist und den Himmel nicht aufhellt.