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Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein fast 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


Sternwartenstamtisch

Aus organisatorischen Gründen findet unser nächster Sternwartenstammtisch erst am Donnerstag, 22. August 2019 um 19:30 Uhr im Gasthof Alter Wirt in Höhenrain statt. 

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Alle Mitglieder und interessierte Besucher sind herzlich willkommen!

Unser öffentlicher Beobachtungsabend am 16. Juli 2019 steht ganz im Zeichen des Mondes.

Um 22:01 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde und eine partielle Mondfinsternis beginnt. Zur maximalen Abschattung wird es um 23:31 Uhr kommen. Dann werden über 65% der Mondscheibe im Erdschatten liegen und in einem fahlen roten Licht erscheinen.

190716 Mondfinsternis VdS 2019

Neben der Beobachtung der Mondfinsternis erwartet unsere Besucher an diesem Abend noch ein interessantes Begleitprogramm. Am 16. Juli 1969, also vor genau 50 Jahren, machten sich nämlich die Apollo 11-Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins in Ihrer SaturnV-Rakete auf den Weg zu unserem Erdtrabanten und landeten vier Tage später mit der Mondfähre Eagle im Meer der Ruhe. Aus diesem Anlass zeigen wir auf unserem Gelände an der Lindenallee originale Filmdokumente der Nasa und erklären die einzelnen Phasen dieser aussergewöhnlichen Expedition.

190716 Launch of Apollo 11 14483749397

Quelle: NASA Goddard Space Flight Center from Greenbelt, MD, USA [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Veranstaltung beginnt um 22 Uhr und findet nur bei klarem Himmel statt.

Juli und August bringen uns wieder die Möglichkeit, Sternschnuppen zu beobachten.

Der schon ab Mitte Juli aktive Sternschnuppenstrom der Juli-Aquariiden (ca. 12.07. - 25.08.), dessen Radiant (= Stelle am Himmel, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen) sich im Sternbild Aquarius (Wassermann) befindet, ist ein mittelstarker Meteorstrom mit einem Maximum von ca. 20 Sternschnuppen pro Stunde um den 30. Juli.
Da das Maximum relativ breit ist, kann auch in den Nächten vor und nach dem Maximum mit hohen Sternschnuppenraten gerechnet werden. Der  Mond (Neumond am 1.08.) wird dieses Jahr die Beobachtung kaum beeinträchtigen.
Ein genauer Ursprungskörper für diesen Strom ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass eine ganze Anzahl von Kometen das Trümmerfeld (Machholz-Komplex) hinterlassen haben, aus dem der Sternschnuppenstrom hervorgeht.

 Radiant der Perseiden

Kurz darauf wird aber auch der wohl bekannteste Sternschnuppenstrom,  die Perseiden, (17.07 -24.08, Radiant wandert im Sternbild Perseus, siehe Bild) aktiv. Die Perseiden, deren Maximum mit bis zu 110 Meteore pro Stunde, jedes Jahr auf den 12. oder 13. August fällt, werden im Volksmund auch Laurentiustränen genannt, da sie um den Gedenktag des Märtyrers Laurentius von Rom (* evtl. in Osca, Spanien oder Laurentum; † 10. August 258 in Rom) auftreten.

Das (theoretische) Maximum der Perseiden wird am 13.08.2019 zwischen 4 und 17 Uhr MESZ erwartet und fällt damit für Mitteleuropa fast komplett in die Tagstunden.
Die meisten Meteore wird man am Morgen des 13.08.2019 kurz vor Einsetzen der Morgendämmerung beobachten können. Dabei stört jedoch das Licht des zunehmenden, fast vollen Mondes, welcher erst mit Beginn der astronomischen Morgendämmerung untergeht. Man wird deshalb nur die hellsten Sternschnuppen zu sehen bekommen.  
Der Ursprungskörper der Perseiden ist der Komet 109P/Swift-Tuttle. Ein kurzperiodischer Komet (Umlaufzeit um die Sonne: 133 Jahre), der erst wieder im Jahre 2126 zu sehen sein wird.

Bild: Der wandernde Radiant der Perseiden durch das Sternbild Perseus (Quelle: Wikipedia)

 

Auch dieses Jahr beteiligte sich die Sternwarte Berg am deutschlandweiten Astronomietag, der diesmal am Samstag, den 30. März 2019 stattfand.

190330 Astronomietag

(Stimmung kurz vor der Abendveranstaltung, S. Schmid)

Die Sternwarte war an diesem Tag bereits um 14 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet.

Am Nachmittag konnten die Besucher zunächst mit speziellen Teleskopen einen Blick auf die Sonne werfen. Aber auch helle Sterne und der Planet Mars waren bereits am Tag sichtbar. Für Kinder und Jugendliche gab es ein Begleitprogramm mit Sonnenuhr- und Teleskopbasteln, Astroquiz und Demonstration eines Sonnensystem-Modells.

Das Motto lautete dieses Mal "Möge die Nacht mit uns sein".

Nach Sonnenuntergang konnten unsere Gäste mit ihren eigenen Augen sehen, wie wichtig ein dunkler Himmel für das Auffinden von Sternbildern und das Beobachten von lichtschwachen Objekten wie Galaxien und Sternhaufen mit Teleskopen ist und welche Vorteile hier die abgeschiedene Lage der Sternwarte Berg bietet.

An diesem Abend bekamen wir ausserdem Unterstützung von Herrn Pfarrer Zott, der aus Anlass des Astronomietages und der zeitgleichen Aktion "Earth Hour" der Naturschutzorganisation WWF die Aussenbeleuchtung der benachbarten Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt ausschaltete. An dieser Stelle möchten wir uns dafür nochmal herzlich bedanken!