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Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein fast 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


Sternwartenstamtisch

Unser nächster Sternwartenstammtisch findet
am Donnerstag, 16. Mai um 19:30 Uhr im Gasthof Alter Wirt in Höhenrain statt. 

Alle Mitglieder und interessierte Besucher sind herzlich willkommen!

Nachdem in den Monaten Februar und März keine besonders ergiebigen Sternschnuppenströme zu sehen waren, ist im Monat April wieder ein stärkerer Sternschnuppenstrom zu beobachten: Die Lyriden (auch April-Lyriden genannt).Lyriden
Wie der Name schon sagt, ist der Radiant des Stroms im Sternbild Leier (lat. Lyra) zu finden.
Der Strom ist etwa vom 16. bis zum 25.04. aktiv. Sein Maximum 2019 wird mit einer Rate von bis zu 18 Sternschnuppen je Stunde in der Nacht 21. April auf den 22. April erwartet. Der Mond zeigt sich dieses Jahr am 21./22. April fast voll und geht erst gegen 7:20 Uhr morgens unter. Somit sind die Beobachtungsbedinungen - sofern überhaupt das Wetter mitspielt - relativ schlecht. Am aufgehellten Himmel werden viele Sternschnuppen erst garnicht zu sehen sein. Es kann aber noch mit einer Rate von 5-8 Meteoren am Frühen Morgen des 22.04. gerechnet werden.

Gelegentlich gibt es starke Schwankungen in der Sternschnuppenrate der Lyriden - so z.B. 1982 mit 90 Meteoren/Stunde. Damals wurden kurzzeitig bis zu 300 Sternschnuppen pro Minute registriert.
Ein anderer nennenswerter Aktivitätsanstieg fand im Jahr 1922 ebenfalls mit 90 Meteoren/Stunde statt.

Der Ursprung der Lyriden sind die Staubteilchen auf der Bahn des Kometen C/1861 G1 (Thatcher), eines Kometen mit einer Sonnenumlaufzeit von 415 Jahren.

Die ersten schriftlichen Belege für diesen Sternschnuppenstrom stammen aus dem Jahre 687 v. Chr. aus chinesischen Quellen. Man berichtete davon, dass Sterne wie Regen vom Himmel fielen.

Bild: Radiant Lyriden Erstellt mit Stellarium, Quellen: Wikipedia, Vereinigung der Sternenfreunde

Auch dieses Jahr beteiligte sich die Sternwarte Berg am deutschlandweiten Astronomietag, der diesmal am Samstag, den 30. März 2019 stattfand.

190330 Astronomietag

(Stimmung kurz vor der Abendveranstaltung, S. Schmid)

Die Sternwarte war an diesem Tag bereits um 14 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet.

Am Nachmittag konnten die Besucher zunächst mit speziellen Teleskopen einen Blick auf die Sonne werfen. Aber auch helle Sterne und der Planet Mars waren bereits am Tag sichtbar. Für Kinder und Jugendliche gab es ein Begleitprogramm mit Sonnenuhr- und Teleskopbasteln, Astroquiz und Demonstration eines Sonnensystem-Modells.

Das Motto lautete dieses Mal "Möge die Nacht mit uns sein".

Nach Sonnenuntergang konnten unsere Gäste mit ihren eigenen Augen sehen, wie wichtig ein dunkler Himmel für das Auffinden von Sternbildern und das Beobachten von lichtschwachen Objekten wie Galaxien und Sternhaufen mit Teleskopen ist und welche Vorteile hier die abgeschiedene Lage der Sternwarte Berg bietet.

An diesem Abend bekamen wir ausserdem Unterstützung von Herrn Pfarrer Zott, der aus Anlass des Astronomietages und der zeitgleichen Aktion "Earth Hour" der Naturschutzorganisation WWF die Aussenbeleuchtung der benachbarten Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt ausschaltete. An dieser Stelle möchten wir uns dafür nochmal herzlich bedanken!

190122 Christian Jutz

(Foto: D. Jutz)

Wir trauern um Prof. Dr. Christian Jutz, der am 17. Januar 2019 im Alter von 93 Jahren in Berg verstorben ist.

Christian gründete 1992 die Berger Sternwarte, die er viele Jahre mit Hingabe und Herzblut leitete. Noch im hohen Alter beteiligte er sich rege am Vereinsleben und unterstützte uns mit Rat und Tat.

Durch seine mitreißende und begeisternde Art haben viele von uns erst zu dem faszinierenden Hobby Astronomie gefunden. Er war für uns ein Vorbild, Lehrer und Freund.

Wir werden unseren Freund Christian immer in guter Erinnerung behalten. Es ist uns eine Ehre, die Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg in seinem Sinne weiterzuführen.