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Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein fast 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


Am Montag, den 07.08.2017, findet am Abend eine partielle Mondfinsternis statt.
In Berg und Umgebung sind die Beobachtungsbedingungen der Finsternis aber leider sehr ungünstig.
Bei der maximalen Verfinsterung  gegen 20:22 Uhr MESZ (=Mitteleuropäische Sommerzeit) ist der Mond bei uns noch nicht aufgegangen.
Der Mond geht in Aufkirchen erst rund 10 Minuten später, um 20:31 Uhr MESZ auf.

Schon um 21:18 Uhr MESZ, also kurz nach Sonnenuntergang (21:16 Uhr MESZ) endet die Kernschattenphase, in der man eine deutliche Verfinsterung der Mondscheibe wahrnemen kann.

Der Austritt aus dem Halbschatten der Erde findet dann zwar erst gegen 22:50 Uhr statt - diese Halbschattenphase ist aber sehr unscheinbar und wird wohl nur sehr schwach sichtbar sein.

Bis 21:18 Uhr, wenn der "angeknabberte" Mond knapp über dem Horizont steht, könnte man in der Gegendämmerung tatsächlich die Finsternis beobachten.
Dazu brauchen Sie aber unbedingt einen Standort mit freiem Blick zum Südost-Horizont, denn selbst am Sichtbarkeitsende der Halbschattenphase steht der Mond gerade einmal 16 Grad hoch.
Dann muss natürlich auch noch das Wetter mitspielen, damit Sie klare Horizontsicht haben.
Sehr ungünstige Bedingugen also.

Sollte Ihnen eine Beobachtung dieses mal nicht möglich sein, dann unser Tipp:
Schon nächstes Jahr am Abend des 27.07.2018 können Sie wieder eine totale Mondfinsternis erleben, natürlich nur, sofern das Wetter es zuläßt.

In verschiedenen Quellen werden für den Juni eine ganze Reihe von Meteorströmen (s. a. Wikipedia) vorhergesagt, die aber fast alle nur sehr schwach ausgeprägt sind und mit einer Rate von oft weniger als eine Sternschnuppe pro Stunde aufwarten.

Interessant könnten diesen Monat aber die Juni-Lyriden werden, die vom 11. bis 21. Juni auftreten, und bei einem langjährigen mittleren Maximum von bis zu 5 Meteoren/Stunde am 16. Juni liegen. Allerdings erreichte dieser Sternschnuppenstrom in den letzten Jahren diese Rate in keinster Weise. Der letzte nennenswerte Auftritt war 1996. Der abnehmende Mond (Vollmond am 9.6.) verschlechtert dieses Jahr die Beobachtung der sehenswerten Sternschnuppen in der zweiten Nachthälfte. Die Juni-Lyriden sind meist weiß bis blau und bilden lange Schweife, ihr Radiant liegt im Sternbild Leier (lat. Lyra).

Ein weiterer Strom könnte in den Nächten um den 27. Juni noch eine Überraschung bringen. Die Juni-Bootiden, deren Ursprung die Staubspur des Kometen 7P/Pons-Winnecke ist, der alle 6 1/2 Jahre die Sonne umkreist. Manchmal trifft die Erde gleich auf mehrere Staubspuren des Kometen, dann kommt es zu richtigen Ausbrüchen von 50 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde. In anderen Jahren sind gar keine Sternschnuppen zu sehen. Zwischen 1929 und 1998 waren die Juni-Bootiden komplett verschwunden, um dann plötzlich doch wieder zu erscheinen.
Der Radiant der Juni-Bootiden liegt im Sternbild Bärenhüter (lat. Bootes), das am Abend schon sehr hoch am Himmel steht. Der noch junge zunehmende Mond, vier Tage nach Neumond, sollte sich nur in der ersten Nachthälfte als störend erweisen.

Jetzt müssen die Sternschnuppen nur noch kommen. Hoffen wir das Beste!

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Auch dieses Jahr beteiligt sich die Sternwarte Berg am deutschlandweiten Astronomietag, der diesmal am 25. März 2017 stattfindet.

Das Sternwartengelände an der Lindenallee in Aufkirchen wird an diesem Tag bereits um 14 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet.
Am Nachmittag können die Besucher zunächst mit speziellen Teleskopen einen Blick auf die Sonne werfen. Besondere Filter ermöglichen dabei eine ungefährliche Beobachtung von Sonnenflecken und Protuberanzen. Aber auch helle Sterne sind bereits am Tag sichtbar. Für Kinder und Jugendliche gibt es ein Begleitprogramm mit Sonnenuhrenbasteln, Astroquiz und Demonstration eines Sonnensystem-Modells.

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Das Motto lautet dieses Mal "Sehenswertes entlang der Sonnenbahn".

Diese gedachte Linie beschreibt den Weg unserer Sonne im Laufe eines Jahres vor dem Himmelshintergrund. Auf dieser Bahn liegen bekannte Sternbilder, wie zum Beispiel Stier, Zwillinge und Krebs. Aber auch die Planeten unseres Sonnensystems sind hier zu finden.

So zeigt sich Ende März der sonnennächste Planet Merkur nach Sonnenuntergang (ab ca. 19 Uhr) tief über dem Westhorizont. Dies ist die einzig günstige Abendsichbarkeit von Merkur in diesem Jahr! Mit zunehmender Dunkelheit ist momentan auch der rote Planet Mars im Sternbild Widder zu finden. Kurz nach 20 Uhr geht der Gasriese Jupiter am Osthorizont auf.

Aber auch außerhalb unseres Sonnensystems gibt es viel zu entdecken! Zahlreiche Sternhaufen, galaktische Nebel und sogar Millionen Lichtjahre entfernte Galaxien können mit den Teleskopen der Sternwarte beobachtet werden.

Alle Führungen sind an diesem Tag kostenlos und finden nur bei klarem Himmel statt.

Die Veranstaltung der Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg ist ein Beitrag zum bundesweiten Astronomietag, der von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS), der größten amateurastronomischen Vereinigung in Deutschland, initiiert und unterstützt wird.

Am 16. September 2016 findet eine eher unscheinbare Halbschattenfinsternis des Mondes statt. Dabei tritt der Mond um 18:53 Uhr in den Halbschatten der Erde ein und verläßt diesen wieder um 22:54 Uhr. Der Beginn der Finsternis ist in Berg nicht zu sehen, da der Mond erst um 19:30 Uhr aufgeht.
Aber selbst im Maximum der Verfinsterung um 20.54 Uhr, wird man nur eine sehr schwache Verdunkelung des Mondes ausmachen können.